|
Nachdem das Sheep Cafe ja nun umgezogen ist, haben wir neben den umfangreichen Lager- und Produktionsräumen nun auch einen kleinen Garten für die Schafe. Da wir ja immer nur das Beste für die wolligen Tierchen möchten, habe ich in mühevoller Arbeit die handtuchgroße Fläche Rasen in ein blühendes Paradies verwandelt, eine Mischung aus provenzialischem Lavendelfeld, englischem Cottagegarten und mediterranem Kräutergarten. Naja, zumindet rede ich mir das ein, und so "verkaufen" wir das auch den Schafen. Schließlich verdörrt in der Provence bestimmt auch ab und zu was *hüstel*. Jetzt im Sommer, wenn alles wächst und grünt (also, wie gesagt bis auf die paar Ausnahmen), wollen die beiden Shmarfies auch mal etwas anderes zu Knabbern haben als immer nur Filzgras. Also wird Florian genervt, bis er mit den beiden in den Garten zu meinem neuem Pflanztisch geht und das große -oder kleine- Gärtnern anfängt.
|
 |
 |
|
Uargh, alles voller Dreck! Hier müsste wohl vorher mal gekehrt werden... Die Herren Shmarfy & Shmarfy machen sich ja sonst die Fellfüsse schmutzig. Na gut, denkt sich Florian, erstmal zusammenkehren. Derweil inspiziert der kleine schwarze Shmarfy schonmal die passenden Pflanztöpfe. Der hier ist wohl etwas zu groß für das Vorhaben. |
Beim nächsten Vorschlag erntet Florian schon etwas mehr Zustimmung - dieser schöne Tontopf passt viel besser, denken sich die beiden Fellviecher und nicken gütig. Aber natürlich müssen da noch mehr her, einer allein würde ja nicht mal für ein Frühstück der beiden reichen.
|
 |
 |
|
Ohne Gartenhandschuhe rührt der kleine schwarze Shmarfy aber keine Fellhufe - aber bevor er sich jetzt beim Suchen im Gartenwerkzeug das Fell schmutzig macht, könnte doch eigentlich lieber gleich Florian die Erde einfüllen, meint Shmarfy. Florian lässt sich nicht lange bitten - wer könnte diesen Glubschaugen auch einen Wunsch abschlagen?!? Ist vielleicht auch besser so, dass er das macht. Sonst würde das danach WASCHMASCHINE für die felligen Freunde bedeuten, was sie gar nicht so gerne mögen, und wir hätten das Gezeter und Geblöke!
|
Shmarfy liest derweil die Pflanzanleitung für die Kressesamen. Eigentlich ganz einfach: Erde rein, Kressesamen draufstreuen, giessen und dann warten. Kresse wächst das ganze Jahr über und braucht nur ein paar Tage, bis sie erntereif ist. Und das ist gut so, denn die beiden können sehr ungeduldig werden, wenn es um etwas Essbares geht.
|
 |
 |
|
Kurz bevor die Kressesamen aufgestreut werden, hat der kleine schwarze Shmarfy noch schnell die Erde gleichmässig glattgeharkt. Der grosse weisse Shmarfy streut eine Fellpfote voll Körner auf die Erde im Topf, und der kleine schwarze Shmarfy harkt schnell nochmal nach. Sehr schön sieht das schon aus, finden die beiden. |
Das Angiessen haben sie dann wieder Florian überlassen, denn vor Wasser haben die Plüschschafe irgendwie Respekt, und außerdem habe man für heute ja schon genug gearbeitet. Aha. Also giesst Florian die kleinen Töpfe gut an. Die beiden Shmarfies schauen aus sicherem Abstand interessiert zu wie das Wasser versickert.
|
 |
 |
|
Einen Tag später. Die Ungeduld kann man den beiden bereits ansehen - immerhin sieht man schon ein bisschen Grün. Und in den Gedanken der beiden Shmarfies sind die zarten grünen Sprosse bereits appetitlich auf dem Servierteller angerichtet. Florian muss sie noch etwas zur Geduld ermahnen, damit sie sich nicht gleich über die zarten Pflänzchen hermachen. Jetzt müssen die kleinen Pflanzen gleich noch gegossen werden, damit sie nicht vertrocknen. Wo ist doch nochmal die Giesskanne? |
Wenige Tage später stupsen sich die Shmarfies unverhohlen freudig an und starren gebannt auf die Pflanztöpfe: Jetzt würden die Pflanzen doch bereits annehmbare Größe haben, und ob man nicht mal probieren könne? Büttebüttebütte!!! Nein ihr zwei, noch ein bisschen müsst ihr warten, noch sind die Kressestängel nicht gross genug. Ein kleines dunkles Wölkchen der Enttäuschung schwebt über den beiden Plüschschafen, und man hört ein leises Grummeln: Ochmenno, nie darf man was! Mit dem Hinweis darauf, dass es morgen doch soweit sei und sie nur noch einmal ihre Plüschnasen ins Kopfkissen legen müssen lassen sich die beiden besänftigen und blicken voller Vorfreude auf die Kresse.
|
 |
 |
|
Eeeeendlich ist es soweit! Und schneller als man gucken kann, grasen die beiden ihre Töpfe ab. Überall fliegen grüne Fetzen umher und Kau- und Schluckgeräusche sind eindeutig zu vernehmen. |
So sieht es nach dem Grasen aus: alles ratzekahl weggeknuspert. Zwei glückliche und satte Schafe lungern neben den abgegrasten Kresseweiden und beschäftigen sich mit Verdauen. Wann wird eigentlich die nächste Ladung angepflanzt?
|