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Schafe: Madeira  
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Zur Besprechung wichtiger inhaltlicher Entwicklungen im Sheep Cafe musste die Belegschaft im Januar eine Betriebsreise nach Madeira unternehmen, schließlich scheuen wir keine Kosten und Mühen, um ein angenehmes Arbeitsklima zu schaffen. Diesmal mit dabei: neben Florian und Mona auch Shmarfy und Shmarfy, die Plüschwollbündel, die wir Euch hiermit vorstellen möchten.
Santo da Serra Shmarfy und Shmarfy grün
Santo da Serra. Genau da haben wir nämlich die heimische Schafweide eingerichtet. Gelegen in gleichnamiger Hochebene, war es eigentlich immer etwas kühler als an der Küste, aber immernoch angenehm warm. Auf jeden Fall sehr schön! Gestatten: Shmarfy (auch genannt der große weiße Shmarfy) und Shmarfy (alias der kleine schwarze Shmarfy). Natürlich mit dem Reisegrasbüschel. Beide seeehr wollig und knuddelig, und unsere Begleiter auf der schönen Reise. Grün. So sah es aus, bevor Shmarfy und Shmarfy diese Traumlandschaft entdeckt hatten... (wir leugnen jegliche Verantwortung für etwaige Grasschäden!)
Cabo Girao Shmarfy am Cabo Girao Cabo Girao
Ein Blick vom Cabo Girao, der, wenn ich mich recht erinnere, höchsten Steilklippe Europas. Mehr als 400m ging es da runter, nichts für Höhenangstschafe. Natürlich hat sich auch unser Reiseschaf nichts anmerken lassen und schafsmutig vor der beeindruckenden Kulisse posiert. Wir meinen aber, ein leichtes Angstzucken im Unterlid bei ihm entdeckt zu haben. Ist halt doch eher ein Flachlandschaf, das knubbelige Schafbündel. Nochmal nach unten geblickt... Allein der Weg dorthin war erlebnisreich. Frisch angekommen, mit dem Mietwagen dorthin geruckelt, nichtsahnend, was auf Madeira so alles als Strasse bezeichnet wird. Aber was sind schon 15% Steigung...
Schaf auf Strasse Schafe an der Strasse Shmarfy auf Strasse
Gleich am nächsten Tag dann ein Freudestrahlen auf meinem Gesicht: Es gab also doch Schafe auf Madeira! Ganz weit oben auf den Bergen, in über 1000m Höhe, und da standen sie dann auch mitten auf der winzigen Straße, die eigentlich nur aus Kurven bestand und sich den Berg unaufhörlich hinaufwand. Aber in südlicheren Gefilden ist man da ja eh bequemer als bei uns in Mitteleuropa, und so stellte der uns nachfolgende Tourist irgendwann sein Auto auch an der Seite ab, da das Schaf einfach nicht die Straße räumte. Natürlich war es nicht das einzige Schaf, aus dem Wald nebenan kam dann auch der Rest der Herde dahergelaufen, und fast alle hatten so niedliche Glocken um den Hals, es machte also unaufhörlich Lärm *döngeldöngeldöng* ... *mäh* *blök* ... *klönk* ... *döngdidöng* *möööh*. Herrlich! Shmarfy war selbstredend ganz aus dem Häuschen... äh... Schafstall, als er sah, dass so viele seiner Artgenossen unseren Weg kreuzten (und sie kreuzten lange). Musste natürlich aauch alles gleich nachmachen. Aber eine Glocke haben wir ihm wieder ausgeredet, da könnte man ja nie mehr Ruhe finden. Irgendwie war er dann aber wohl doch ganz froh, als wir ihn wieder von der Straße holten, und was hatte ich Ängste ausgestanden, während sich das knuffige Fellbündel auf die Straße geschlichen hatte!
Schafe auf Strasse Shmarfy im Kies Wolken
Ich muss zugeben, ich habe noch nie Schafe so rennen sehen wie einige derer, die uns an dieser Straße über den weg liefen. Während manche doch eher gemächlicheren Tempos die Straße überquerten, so wie die 4 auf dem Bild (erinnert leicht an das berühmte Beatles-Cover, hm?), aber das letzte Schaf, das Nachzüglerschaf sozusagen, dass aus dem Wald kam, galoppierte mit einer für ein Schaf geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit hinter den anderen her, dass sich unser Rennschaf Shmarfy leicht beschämt zur Seite drehte und die weniger anstrengende Autofahrt vorzog. Ich bin heute noch beeindruckt, die Ohren wehten so schön und das Fell flatterete regelrecht, als das Hochgeschwindigkeitsschaf an uns vorbeiraste. Zu niedlich! Strand gab es auf Madeira nicht so richtig, nur in Ribeira Brava haben wir uns einen Moment auf den Kies am Meer gelegt. Shmarfy konnte wieder mal nicht lassen und hat sich zwischen den ganzen Kiessteinen versteckt... Wer findet das Schaf? Flauschig sehen sie aus, die Wolken von oben. Fanden auch unsere beiden Höhenluftschafe, als wir ganz weit oben waren. Obwohl ich angesichts der Straßen meist gar nicht so recht daran glaubte, dass wir je oben ankommen ("Wozu hat das Auto eigentlich mehr als 3 Gänge?"). Aber für diese Aussicht hat sich das Hochschlängeln auf jeden Fall gelohnt!
Quinta Santo Antonio da Serra Schafe auf Weide Schaf auf Zaun
Quinta Santo Antonio da Serra, dort haben wir gewohnt. Genau genommen im Nachbarhaus des abgebildeten Häuschens, aber es hat uns ganz toll gefallen dort, und vor allem war es nicht weit zur nächsten Schafherde :-) Die haben wir dann nämlich auch bald wiedergesehen, ein paar Meter weiter, aber immernoch sehr knubbelig auf einer riesigen Weide mit feinstem grünen Gras. Für Schafe ist diese Insel sicher ein Paradies! Und der besseren Aussicht wegen - man muss ja den Überblick über seine Pappenheimer behalten - hat sich Schafi hier gleich mal auf den integrierten Weidezaun gestellt. Und es sieht ja auch noch so vorteilhaft aus auf Touristenfotos, hehe...
Bananenstauden Shmarfy in Gefahr Funchal
Von vordringlichem Interesse für die beiden Shmarfies war vor allem die Ernährungssituation auf Madeira. Aber wir konnten sie beruhigen - es gab alles, was das Schafherz begehrt, hauptsache schön grün. Z.B. diese zum Anbeißen verlockenden Bananenstauden, die scheinbar überall auf der Insel wachsen, selbst auf den steilsten aller steilsten Hängen, die keiner Verordnung über Höchststeilheit für Bananenstaudenhänge unterliegen könnten. Während das Ganze für Florian und mich eher ein Entspannungsurlaub (ich meine natürlich, eine wichtige Geschäftsreise!) war, konnten die beiden Shmarfies wohl nicht genug Nervenkitzel bekommen und haben sich wagemutig an den Abgrund gestellt - hinter den beiden ging es nämlich rasant bergab, und sie klammern sich nur auf einem dünnen Holzgeländer fest. Leider ist diese Aufnahme etwas unscharf geworden, das muss mein Angstzittern vor Sorge gewesen sein. Selbstverständlich haben wir die Plüschschafe auch nach Funchal ausgeführt, der Hautpstadt von Madeira. Ich konnte es kaum fassen, eine solch überwältigende Weihnachtsbeleuchtung hatte ich noch nie gesehen, und wahrscheinlich gibt es das außerhalb Madeiras auch nirgends. Es war bunt, es war viel, es war groß und es war überall! Riesige Lichtkontruktionen, jeder (und ich meine jeder!) Baum war über und über mit Glühbirnen behängt (keine mickrigen Lichterketten, nein, Glühbirnen!), es gab leuchtende 3D-Figuren, grelle Rauscheengel, bunte Leuchttraubenkörbe, riesige Sterngerüste, monumentale Lichttannenbäume, ich kann es kaum beschreiben.
Mona in Rabacal Flugzeug Shmarfy und Shmarfy
Wir mussten natürlich auch eine der vielgepriesenen Levadas entlangwandern, und so haben wir uns auf den Weg nach Rabacal mitten in der großen Hochebene Paul da Serra gemacht. Die Strasse nach Rabacal war dann entgegen unserer Karte gesperrt - aber beim Entlangwandern merkten wir, dass dies auch besser so war, denn wenn man zu zweit nebeneinander lief, war die volle Breite bereits ausgeschöpft, ganz zu schweigen von den Serpentinen. 2km nach Rabacal, die hinab auch kein Problem waren, und die eigentliche Levadawanderung war wieder einmal beeindruckend schön, mit Wasserfällen, und Natur pur, nur der Rückweg hinauf, der hatte es in sich. Nun ja, auf dem Bild wandere ich noch nichtsahnend meiner kläglichen Kondition hinunter... Auch faszinierend war der Flughafen - hier mit unserem Flugzeug. Direkt am Hang, und hinter uns kam auch gleich das Meer. Ich meinte, beim Landeanflug gleich im Wohnzimmer eines armen Madeirensers zu landen und habe mich an Florians Hand gekrallt, und auch Shmarfy, das Flugangstschaf, hat seine dicke Nase im Sitz vergraben. Aber natürlich ist doch alles gutgegangen... Tja, und so fiel nicht nur Shmarfy und Shmarfy der Abschied schwer, wir werden auf jeden Fall nochmal dorthin fliegen, wenn hier die Minusgrade wüten und uns bei angenehmen 22 Grad Celsius die Sonne aufs Fell scheinen lassen. Und Shmarfy und Shmarfy werden auch in Zukunft von ihren Erlebnissen berichten!
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